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Der
erste Lehrer in Becklingen soll Hans-Heinrich Wienhöfer gewesen
sein. Er war aus Hellendorf, Kreis Burgdorf, gebürtig und wurde am
11. Juni 1807 nach Bleckmar versetzt. Es war die Zeit der
napolenonischen Kriege und unsere Gegend hatte starke Einquartierung,
die Brandschatzung und Aufsaugung der Lebensmittel zur Folge hatten.
Aus den Akten der 2.
Pfarre zu Bergen ist zu ersehen, daß vor 1816 der Schulmeister
Harling Lehrer in Becklingen gewesen ist. Seine Nachfolger hießen
Thies, Ohlhof (1821, kam 1822 nach Bollersen), Tanke (1822-1824) und
Plumhof (1824). Die Akten berichten auch von der Kultivierung eines
Schulgartens.
Die Inhaber der Schulstelle bis 1850 waren Graue, Goltermann I und
Goltermann II, Bernstorf, Rahls und Bruns. Im Jahre 1850 bekleidete die
Stelle ein Lehrer namens Ahrens aus Wardböhmen gebürtig.
Das älteste bekannte Schulhaus,
Hausnummer 16 (heute H. Weide)
Bereits 1846 ist in
den Unterlagen die Rede vom Schulhaus und soweit die Einwohner
zurückdenken können, hatte Becklingen schon immer sein
eigenes Schulhaus. Aber zur Zeit des Lehrers Ahrens (1852) was dasselbe
jedoch schon zu klein. Es handelte sich um die Hausnummer 16, noch "dat
ole Schaulhus" genannt. Die Hausnummer ist noch geblieben und auch der
Name "Schaulbuur" ist noch heute für die Fam. Weide gängig.
Dachte man 1852 noch über einen Neubau nach, so wurde nur
ausgebessert und abermals ausgebessert und als alles fertig war und
dennoch unzureichend war, wurde es als Abbauerstelle verkauft und ein
neues Haus gebaut (1871/72).
Der nachfolgende
Grundriß für den Umbau wurde von Zimmermeister H. Lohmann
aus Bergen im Jahre 1853 angefertigt worden:
Am 01.07.1854 wurde die Genehmigung für den Umbau erteilt.
Allerdings wollte die Gemeinde den Bau nicht vorher umsetzen, bevor
nicht der Lehrer Rautenkranz wegen unzüchtiger Handlungen
abgenommen und durch den Lehrer Clüver aus Oldau ersetzt wird.
Dazu kam es jedoch nicht und das Schulhaus zerfiel immer mehr. Ein
Backofen war auch nicht vorhanden und die Bitte des Lehrers, andere
Backöfen im Dorfe nutzen zu können, wurde abgeschlagen. Der
Schulvorstand vertagte den Bau auf Frühjahr 1861, ob es zum Bau
kam, geht ist nicht bekannt.
1864 wurde vom
Königlichen Konsistorium ein Gutachten über den Zustand des
Schulhauses gefordert. Ob es erhöhte Baukosten waren oder die
Jahreszeit nicht passte, die Gemeinde hatte sienerzeit unter allerlei
Einwänden den Bau zu verzügern versucht und zwar von 1853 an.
Erst nach zehn Jahren entschloß man sich zu einem Neubau nach
Vorblid des Schulhauses in Dohnsen, aber auch hieraus wurde sobald
nichts.
Am 14. Mai 1866
verpflichtete sich die Gemeinde, ein neues Schulhaus zu bauen, sobald
Rautenkranz nicht mehr ihr Lehrer sei. Als nun im Bebruar 1868 der
Lehrer Hoopmann die Stelle erhielt, stellte der selbe einen Antrag zum
Neubau. Die Gemeinde verpflichtete sich, 1870 mit dem Neubau zu
beginnen.
1863 gehörten 40
Kinder zur Schule, 1868 sind es 20 Knaben und 24 Mädchen gewesen,
in der folgenden Zeit waren es 42 und 46 Kinder.
Am 15. Juni 1970 fand
die Bauzeichnung des Zimmermeisters Ahrens Zustimmung und es wurde
beschlossen, die Genehmigung zum Bau einzuholen. Das alte Schulhaus
wurde als Abbauerstelle verkauft und ein Stück des alten
Schulgartens fiel zum neuen Schulhaus, welches nebenan gebaut werden
sollte. Das alte Schulhaus wurde öffentlich versteigert und
Häusling Hans-Heinrich Lindhorst erhielt mit 625rhr (Thaler
Courant) den Zuschlag.
Das zweite Schulhaus, Hausnummer 22 (heute
D. Ebel)
Das neue Schulhaus
mußte bis zum 15. Mai 1872 fertig sein und wurde nach den
Bauzeichungen des Zimmermeisters Ahrens gebaut:

Das Schulhaus nahm
mit dem Schuljahr 1872 seinen Dienst als lutherische Schulstelle zu
Becklingen, Parochie Bergen b.C. auf. Am 12. September 1880 wurde
Lehrer nach 12 Jahren in Becklingen nach Steinhorst b. Eschede
als Küster versetzt. Sein Nachfolger wurde der
Schulamtskandidat Eggers aus Ostenholz/Falligbst. Nach Ablage
seiner zweiten Prüfung wurde er 1883 definitiv angestellt. Von
1878 - 1884 befanden sich stets zwischen 50 und 62 Kinder in der Schule
zu Becklingen, davon meist 30 Mädchen. Vom 12. September bis zum
26. November 1886 war die Schule wegen Keuchhustens geschlossen. Auch
andere Seuchen hielten in den Jahren ihren Durchzug, so starben bereist
im Herbst 1873 sieben Einwohner in einer Woche an Halsbräune und
1874 drei Einwohner im Haus Nr. 21 an Blattern.
1887 wechselte Lehrer
Eggers nach Eldingen und wurde durch den Lehrer Wöhler aus
Ramlingen bei Burgdorf ersetzt. Im selben Jahr mußte die Schule
erneut für zwei Monate geschlossen werden, da der Lehrer zum
Militärdienst einberufen wurde.
Das Jahr 1894 war
durch hohe Ausfälle der Schule aufgrund von Windpocken gezeichnet,
so fehlten 15 von 52 Schüler im Januar und im Juni waren 52 von 56
Kinder an Masern erkrankt.
1895 wurde der Lehrer
Wöhler nach Mittelstendorf versetzt und dud durch den Friedrich
Feldmann ersetzt. Er blieb bis 1902 und wurde dann nach
Wilhelmsburg-Kirchdorf versetzt. Sein Nachfolger war Schulamtkandidat
Heinrich Bruns aus Asen, Tedinghausen, der jedoch jung verstarb und
bereits 1904 durch Lehrer Harms aus Elbsorf ersetzt wurde. Dieser blieb
bis 1909 und ging dann nach Hope/Schwarmstedt. Lehrer Gerloff aus
Hannover folgte ihm für 5 Jahre bis 1914 und ging dann nach
Neuhagen bei Lüneburg. Lehrer Gronau aus Schneverdingen
übernahm im April 1914 vor Ausbruch des I. Weltkrieges das Amt. 34
Kinder besuchten zu der Zeit die Schule.
Zwischen 1914 und
1916 legte Lehrer Gronau den Obstgarten der Schule neu an. Insgesamt 60
verschiedene Bäume und Sträucher wurden gepflanzt,
Obstbäume, Beerensträucher, Rosen und Zierhölze. Gronau
ging 1918 nach Wietzendorf und wurde durch Lehrer Giesemann aus
Hellendorf/Burgdorf ersetzt. Giesemann wurde mehrfach in den
Militärdienst einberufen, so daß die Schule ausfiel oder die
Schüler nach Wardböhmen ausweichen mußten. Giesemann
verheiratete sich in Becklingen und so hatte die Gemeinde erstmals nach
langer Zeit wieder einen verheirateten Lehrer. Jedoch bereits 1920
versetze man Giesemann nach Gr. Eilsdorf. Lehrer Brockmann aus Bergen
wurde nach langen Jahren im Krieg und Gefangenschaft im Juli 1920 neuer
Lehrer in Becklingen, aber sogleich ließ eine Scharlachepedemie
für 2 Monate den Unterricht ausfallen. Brockmann blieb nur ein
Jahr in Becklingen und wurde 1921 durch Lehrer Teichmann, geb. aus
Uslar, abgelöst.
Mit Wirkung vom
16.11.28 wurde der bisher bestehende Gesamtschulverband Becklingen -
Becklinger Holze aufgelöst, weil der Gutsbezirk Becklinger Holz
den Gemeinden Becklingen und Wardböhmen zur Eingemeindung
übertragen wurde. Becklingen ist seitdem ein Eigenschulverband.
Bis 1937 bleibt die zweite Dorfschule bestehen und wird in dem Jahr
durch Adolf und Emma Ebel gekauft.
Das dritte Schulhaus
1937 wird das
Gebäude, was später durch Hermann Rodehorst bewohnt wurde,
fortan Dorfschule. Lehrer Teichmann unterrichtet dort weiter bis 1965.
Er wird anschließend abgelöst durch Lehrer Thiel, der
für etwa 5 Jahre Lehrer in Becklingen bleibt. Zeitig zur
Gebietsreform 1972 wird die eigene Schule in Becklingen aufgelöst,
fortan müssen die Kinder in die Grundschulen nach Bergen
oder Hasselhorst fahren.

Das Foto zeigt alle Schüler der Schule mit Lehrer Schild, der ein paar
Jahre hier unterrichtete. Das Aufnahmejahr muß um 1950 sein.
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